Mobile Betriebssysteme - was tut sich auf dem Markt?

 MOBILE BETRIEBSSYSTEME - WAS TUT SICH AUF DEM MARKT?
MOBILE BETRIEBSSYSTEME - WAS TUT SICH AUF DEM MARKT?

Sieben von zehn verkauften Smartphones mit Betriebssystem Android, jedes fünfte Smartphone ein Gerät von Apple - natürlich mit iOS! Und das allein im 4. Quartal 2012. Damit sind 90 Prozent des Marktes für mobile Betriebssysteme abgedeckt. 90 Prozent, die sowohl beim Kaufentscheid auf Nutzerseite, als auch bei der Entwicklung nativer Applikationen auf Dienstleisterseite eine wichtige Rolle spielen. Die restlichen 10 Prozent könnte man damit getrost ignorieren. Doch darf man die rasante Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt nicht vergessen! 2009 hatte Android noch einen Marktanteil von 4 Prozent, während das Symbian - mittlerweile völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden - mit knapp 50 Prozent das vorherrschende Betriebssystem war. Grund genug einmal einen Blick auf alternative Betriebssysteme zu iOS und Android zu werfen.

BlackBerry - vom verstaubten Image zu neuem Glanz.

Auf Platz drei der Verkaufscharts liegt nach wie vor BlackBerry mit seinem gleichnamigen Betriebssystem. Lange Zeit wurde Blackberry mit dem Begriff Smartphone gleichgesetzt - und war DAS Businesshandy überhaupt! Doch mit den Jahren verstaubte sein Image zunehmend. Um für neuen Glanz zu sorgen, wurde 2013 das erste BlackBerry mit dem komplett neu konzipierten Betriebssystem BlackBerry 10 veröffentlicht. Als Basis für Apps wird auf C/C++ und HTML5 gesetzt, zudem ist es möglich (konvertierte) Android-Anwendungen zu nutzen. Einen besonderen Komfort bietet die Möglichkeit, auf ein und demselben Smartphone zwei komplett getrennte Bereiche für Privat- und Geschäftsleben aufzubauen. Ein guter Ansatz, um Bestandskunden weiterhin an BlackBerry zu binden. Denn diese gilt es nach wie vor nicht zu vernachlässigen.

Der Exotische: Ubuntu von Linux-Distributor Canonica.

Zu Beginn des Jahres stellte Canonical einen echten Exoten vor: Ubuntu für Smartphones. Das Betriebssystem basiert auf Android und ist mit den meisten Endgeräten kompatibel. Im Unterschied zum "echten" Android werden Apps nicht in Java geschrieben, sondern als Web App in HTML5 oder nativ mit Qt in C/C++, der Qt Markup Language (QML) und JavaScript.

Beim Bedienungskonzept geht Ubuntu einen neuen Weg: Menüs, Einstellungen und viele andere Interaktionen reagieren auf Gesten. Eine genaue Betrachtung bietet das IT-Magazin golem.de.

Das Betriebssystem ist aktuell noch in der Entwicklung - was nicht heißt, dass eine Einschätzung der Erfolgsaussichten unmöglich ist. Wie bei der Desktopversion kann Ubuntu wahrscheinlich auch hier von einer großen Community profitieren. Im Vergleich zu Apple, Google und Windows fehlt es allerdings an einem IT-Riesen, der eine mögliche Verbreitung des Systems zusätzlich pushen könnte. So läuft Ubuntu Gefahr, ähnlich wie seine Desktopversion, zu einem Betriebssystem für einen sehr speziellen Benutzerkreis zu werden.

Firefox OS sorgt für Wirbel auf dem Mobilfunkmarkt.

Für großes Aufsehen sorgte zuletzt die Veröffentlichung des quelloffenen Betriebssystems Firefox OS von Mozilla - und zwar nicht nur in Fachkreisen! Dabei hat sich die Corporation bei der Verbreitung ihres Systems auf eine ganz andere, extrem stark wachsende Zielgruppe eingestellt: Mit Firefox OS soll der Markt in den Schwellenländern (speziell Südamerika) gezielt angesprochen werden - und jedem den Zugang zu mobilem Internet und Social Media ermöglichen. Dem Betriebssystem genügen dafür schon sehr niedrige Hardwarevoraussetzungen. Damit dürften auch die Anschaffungspreise der Smartphones geringer ausfallen.

Technisch gesehen basiert das Firefox OS auf einem verschlankten Linux-Kernel. Bei den Apps wird ein weitestgehend anderer Ansatz verfolgt, als die etablierten Systeme es tun. Denn diese werden ausschließlich in HTML5, CSS und JavaScript geschrieben - und sind damit reine Webanwendungen. Damit geht Firefox OS einen ähnlichen Weg wie Google mit seinem Netbook-Betriebssystem Chrome OS. Für die Darstellung dieser Apps wird die Renderingengine Gecko eingesetzt, bereits bekannt vom Firefox-Browser. Im Look and Feel orientiert sich Firefox OS stark an iOS.

Die ersten Handys mit diesem Betriebssystem sind zwei Modelle der spanischen Firma GeekPhone. Um das Firefox OS direkt zu testen bitte hier entlang: Firefox Add-On.

Microsoft Windows Phone 8 - besser vernetzt für noch mehr Apps

Wenn man über Alternativen zu den etablierten Betriebssystemen schreibt, kommt man nicht darum herum auch über Microsofts Windows Phone ein paar Worte zu verlieren. Zurzeit liegt der Marktanteil von Windows bei Smartphones um 2,4 Prozent, also eigentlich nicht besonders erwähnenswert, stünde dahinter nicht der Software-Gigant Microsoft. Die neuste Version davon heißt Windows Phone 8 und basiert, wie auch Microsofts aktuelles und enorm gepuschtes Desktop-Betriebssystem Windows 8, auf dem Kernel Windows NT. Hier setzt die Strategie von Microsoft an: Beide Systeme sollen noch enger verzahnt werden, um die Portabilität von Apps vom einen System auf das andere zu erleichtern. Das führt natürlich auch dazu, dass mehr Apps für die einzelnen Geräte zur Verfügung stehen. Und erinnert damit stark an die Vorgehensweise von Apple. Ob diese Strategie auch für Microsoft aufgehen wird, das werden wir noch sehen.

Apps als massgeblicher Entscheidungsfaktor für ein Betriebssystem

Ein breites Angebot an Apps ist ein starkes Argument bei der Entscheidung für ein Betriebssystem. Denn ein System - oder letztendlich ein Smartphone - für das es keine Apps gibt, wird nicht gekauft. Und für ein Betriebssystem, das keine Verbreitung findet, werden keine Apps entwickelt. Einen totalen Wechsel auf dem Markt, wie er in den letzten drei, vier Jahren stattgefunden hat, wird es also eher nicht geben. Allein die fast unendliche Auswahl an kleinen Anwendungen und Helferlein, die für die etablierten Betriebssysteme zur Verfügung stehen, werden Android und iOS auch in nächster Zeit helfen ihre Vormachtstellung zu festigen.

Bildquelle: http://joeengalan.files.wordpress.com/2012/01/all-phones.png Textquelle: http://www.golem.de/news/smartphone-apple-mit-hoeherem-marktanteil-android-dominanz-ungebrochen-1302-97470.html

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