Social Media Policy: Mehr Sicherheit für Unternehmen & Mitarbeiter

MASSIVE ART Blog: Twitter
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Ausgerechnet der offizielle Twitter-Account des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF hat sich während der Sendung 'Wetten dass...?' dazu hinreißen lassen einen bissigen Tweet in Richtung des Privatsenders RTL abzusetzen. Eine ausführliche Beschreibung des Geschehenen finden Sie hier (externer Link). Aber was heißt hier der Account des ZDF – es hat ein Mensch getwittert, der wohl der Hitze des Gefechts erlegen ist und hat seinem Arbeitgeber damit einen Bärendienst erwiesen. Nicht nur hat er sich in der Wortwahl eher auf die Sprachwelt seines Schmähobjekts begeben, er hat zudem noch implizit geäußert, sein Arbeitgeber selbst würde Minderwertiges Produzieren. 

Mehr Sicherheit für Unternehmen und Mitarbeiter

Auf die Frage nach einer Social Media Policy, also Richtlinien für die Verwendung von Social Media Plattformen kam letztlich die Antwort „Es sollte nicht persönlich werden, aber sonst ist viel erlaubt.“.

Weitere Richtlinien gab es zu dem Zeitpunkt wohl nicht – was sich jetzt ändern dürfte. Der Account trägt offen den Namen des Unternehmens, für den er spricht. Aber relevant wird das Thema Policy schon vorher. Jeder, der sich im Social Web bewegt, und (wodurch auch immer) einem Unternehmen zugeordnet werden kann repräsentiert dieses – ob er das will oder nicht. Der Empfänger seiner Nachrichten trifft diese Entscheidung, nicht der Absender. Und ohne genauere Richtlinien kann der betreffende Mitarbeiter schnell ins Fettnäpfchen treten. Umso mehr ist es angezeigt, als Unternehmen seine Mitarbeiter mit einer Social Media Policy zu unterstützen.

Ich stelle hier explizit die Unterstützung des Mitarbeiters in den Vordergrund, denn neben dem Bewahren des Mitarbeiters davor, dass er seinen Arbeitgeber durch unbedachte Äußerungen schädigt haben diese Richtlinien den Zweck, Sicherheit und Grenzen im Umgang mit Plattformen wie Facebook, Twitter, Blogs u. ä, zu vermitteln.

"Der Weg, die Verwendung dieser Plattformen am Arbeitsplatz zu verbieten, ist augenscheinlich der einfachste, aber auch denkbar schlechteste Weg."

Zum einen nimmt man dem Mitarbeiter eine immer weiter in den Alltag von Arbeitnehmern wachsende Möglichkeit, sich mit seinem sozialen Umfeld auszutauschen, zum anderen wird er oder sie das dann eben auf einem anderen Weg tun. Sei es durch das private Smartphone oder einfach außerhalb der Arbeitszeit. Ein Verbot würde das Problem also nur verlagern, nicht lösen.

Was muss geregelt werden?

Zunächst gibt es klare Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Das fängt schon bei der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen an, was schon im Arbeitsvertrag geregelt ist. Andere Themen sind auf den ersten Blick weniger eindeutig, können aber durch klare Hinweise behandelt werden.

Sobald ein Mitarbeiter ein Unternehmen (ob dies nun will oder nicht) repräsentiert muss er z. B. darauf achten, keine falschen Inhalte zu verbreiten, Mitbewerber nicht zu beleidigen und oder sich wie geschehen in der Wortwahl zu vergreifen. Das gilt unbedingt für offizielle Firmen-Accounts, im übertragenen Sinne aber eben auch für jeden unfreiwilligen Repräsentant. Viele große Firmen geben ihren Mitarbeitern also einfache Regeln an die Hand, die die Spielregeln klar aufzeigen und verhindern. Lesenswerte Beispiele gibt es z. B. von:

Daimler (externer Link)
SAP (externer Link)
IBM (externer Link)

Wichtig ist es, dass bei der Erstellung von Social Media Guidelines alle in Personalfragen betroffenen Bereiche und Abteilungen eingebunden werden und die Unternehmensführung deren Erstellung und Durchsetzung unterstützt.

"Geeignet hierfür sind Workshops, in denen die Inhalte gemeinsam erstellt, diskutiert und verabschiedet werden."

Nur so werden sie von allen relevanten Entscheidungsträgern unterstützt. Sinnvoll kann es auch sein, Mitarbeiter in Informationsveranstaltungen oder wiederum in Workshops mit den Social Media Guidelines vertraut zu machen, und einen Rahmen für Rückfragen und Diskussionen zu bieten. So verlockend und unterhaltsam die neuen Kommunikationsmöglichkeiten sind so sind sie auch mit Verantwortung verbunden.

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