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Bernd
Jahresrückblick
2020

Dass ich mal einen Jahresrückblick mit einem Werbespot der Deutschen Bundesregierung starten würde, hätte ich nie für möglich gehalten. Aber here you go:

 

Als Kind der Generation X hatte ich noch viele Verwandte und Bekannte, die den grossen zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Was dieser Spot überspitzt treffsicher in Szene setzt, ist, wie ein so einschneidendes Ereignis niemanden mehr loslässt und das Leben unweigerlich in ein davor, dabei und danach unterteilt wird.

Wir sind noch mittendrin in dieser Pandemie, darum ist mein Rückblick dieses Mal mehr eine Momentaufnahme und handelt von dem gerade Gelebten. Das ist für mich eine Mischung aus Schockstarre, vielen erstaunlichen Erkenntnissen und einem Quantum Hoffnung.

Schock, Stillstand, Horror

Was sind wir mit guten Vorsätzen in die zweite Dekade der Zweitausender gestartet. Nach über zwei Jahren intensiver Arbeit an unseren internen Prozessen und einigen – das darf man zugeben – brachial gescheiterten unternehmerischen Experimenten, hatten wir zu Beginn des Jahres eine überaus optimistische Einstellung. Wir wollten heuer so richtig Gas geben. Und dann: Lockdown.

Wie so viele Unternehmen hat uns das Herunterfahren des sozialen Lebens völlig unerwartet getroffen. Am 13. März gingen alle Mitarbeiter ins Homeoffice, danach war freier Fall. Geschlafen habe ich zu dieser Zeit maximal zwei Stunden am Stück. Im Kopf hatte ich immer die sich wiederholende Frage, wie das alles zu bewältigen sein wird.

Als sich im Sommer die Dinge endlich etwas normalisierten, kam der nächste Schlag. Unser Geschäftspartner und CEO der MASSIVE ART Schweiz, Philipp Rüf, hatte einen verheerenden Unfall und liegt im Koma. Kaum ein anderes Ereignis in meinem Leben hat mich in eine so umfassende Schockstarre versetzt. Tagelang war ich nicht mehr in der Lage einen vernünftigen Gedanken zu fassen – vielen im Team ging es genauso.

Die vermeintliche Normalisierung war dann nur von kurzer Dauer und so schreibe ich diese Zeilen am Ende des zweiten Lockdowns. Mittlerweile ist man schon einiges gewohnt und so wirklich überrascht hat uns dieser Lockdown nicht mehr. Aber wohin führt uns das alles? In eine dritte Schliessung? Wird die Impfung der erhoffte Weg aus der Pandemie sein? Werden sich überhaupt genügend Menschen impfen lassen?


Man lernt ein Leben lang

Ich würde mich gerne als besonders clever bezeichnen, als einen, den das Leben nicht mehr so leicht überrascht. 2020 hat mich allerdings eines Besseren belehrt. Gottseidank!

Denn die wichtigste Lektion des heurigen Schauerjahres lautet: Es geht immer weiter. Manchmal auf seltsame Art und Weise, aber immer gerade aus. Keine Uhr hat wegen Covid-19 eine Sekunde verpasst oder ausgelassen. Auch die Sonne ist jeden Morgen konsequent wieder aufgetaucht. So ging auch das Leben in unserer Agentur weiter.

Das lag einzig und alleine an unserem Team, denn das ist einfach das Beste, das man sich in dieser Situation hätte wünschen können.

Nach nur wenigen Tagen Eingewöhnungszeit funktionierte bereits die Umstellung auf Remote-Work einwandfrei. Jeder hat jedem geholfen, alle haben sich gegenseitig unterstützt. Auch wenn ich tagelang fast alleine im Büro gesessen bin – ich wohne nur wenige Gehminuten entfernt – habe ich mich nie wirklich alleine gefühlt. Ich habe immer gewusst, dass alle mit voller Kraft dabei sind.

Und mit grossem Glück kann ich dasselbe über unsere Kunden sagen. Anfangs hatten wir Angst vor dem totalen Stillstand. Nur um zu sehen, dass mit ganz wenigen Ausnahmen sämtliche Projekte weitergeführt und sogar neue Initiativen gestartet wurden. Wir dürfen uns an dieser Stelle nicht genug für dieses Vertrauen bedanken und hoffen, die zahlreichen erfolgreichen Launches dieses Jahr haben dieses Vertrauen belohnt.

Zu guter Letzt hat uns das Leben gezeigt, dass manchmal einfach ein wenig Glück notwendig ist. So wie bei Philipp Rüf, der allen Befürchtungen zum Trotz auf dem Weg zurück in einen normalen Alltag ist und bereits einige seiner Geschäftstätigkeiten wahrnimmt. Das Glücksgefühl darüber ist im gesamten Team nicht in Worte zu fassen.


Was bleibt ist die Hoffnung

In den letzten Monaten habe ich unzählige Gespräche mit Unternehmern, Führungspersönlichkeiten und Angestellten geführt. Natürlich gibt es eine grosse Unsicherheit, wenn man versucht, die Vorzeichen für 2021 zu deuten. Irgendwie hält sich die hartnäckige Hoffnung auf eine baldige und spürbare Verbesserung der Situation.

Klar, Covid-19 wird in vielen Organisationen Narben hinterlassen und wir werden den Diskurs führen müssen, welche Lehren aus dem Ganzen zu ziehen sind. Unsere grosse Hoffnung ist, dass insbesondere mittelständische Unternehmen endlich digital Aufwachen und die riesigen Potenziale nutzen.

Die Erde ist unheimlich klein geworden. Mein Cousin – Banker mit Sitz in London – hat das trefflich ausgedrückt: In China isst jemand eine Fledermaus und 3 Monate später muss der Spar in Schruns zusperren. So verrückt es klingt, das ist die Welt, in der wir leben.

Am Ende wird uns die Hoffnung nicht retten. Dafür müssen wir schon unseren Allerwertesten in Bewegung setzen. Genau das haben wir bei MASSIVE ART auch vor. Nur weil Covid-19 die Wirtschaft gebremst hat, lassen wir uns 2021 nicht von unseren vielen grossen Plänen abbringen! So haben wir zum Beispiel nicht die Lust auf Expansion verloren. Mit der neuen Niederlassung in Deutschland und dem dortigen Partner und CEO Timo Miller werden wir nächstes Jahr voll durchstarten. Die ersten Projekte sind bereits in der Umsetzung, viele weitere werden noch folgen.

Und so bleibt mir nur noch eines: Ihnen und Ihrer Familie das allerbeste Weinachten zu wünschen. Geniessen Sie die Zeit mit den wichtigsten Menschen der Welt und machen Sie das Beste daraus. Es wird schon bald alles wieder besser, daran glauben wir, daran arbeiten wir.

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