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Frauenpower
bei
MASSIVE
ART:
Web
Developerin
Sabine
im
Interview

MA Blog Titelbild_Sabine2

Sabine Bär ist (noch) die einzige Dame im Team der Web Developer bei MASSIVE ART. Bereits seit vier Jahren ist sie aus der Runde nicht mehr wegzudenken.

Die Senior-Entwicklerin verrät, ob sie sich mehr weibliche Kolleginnen wünscht, was für sie das Spannende an ihrer Arbeit ist und was sie Informatik-Interessierten nahelegt. 

Du hast die Handelsakademie mit Schwerpunkt Informationsmanagement und -technologie besucht. War das dein Einstieg in die Welt des Programmierens?

SB: Vor meiner Zeit an der HAK hatte ich keinen besonderen Bezug zu Computern oder Software. Im Gegenteil: Abgesehen von ein paar E-Mails hatte ich wenig Verwendung dafür.

Als vor der dritten Stufe die Entscheidung für einen Schwerpunkt anstand, habe ich mich auf den Rat unserer Lehrer verlassen: Wer Spaß an Mathematik hat, wird sich wahrscheinlich im Schwerpunkt Informationsmanagement und -technologie wohlfühlen. Damit hatten sie bei mir absolut Recht. Während der drei Jahre habe ich viel gelernt und die Webentwicklung als neues Hobby gewonnen. Diese Wahl hat ganz klar zu meinem weiteren Weg als Software-Entwicklerin geführt.

Apropos Hobby: Lassen sich deine Freunde für das Thema „Coden“ begeistern?

SB: Ich habe einige Personen in meinem näheren Umfeld, die Software-Entwickler sind oder sich für das Thema interessieren. Da kommen auch in der Freizeit öfters Diskussionen auf. Es ist sehr spannend, sich mit Informatikern zu unterhalten, die einen ganz anderen Schwerpunkt haben. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch einige, die überhaupt nicht verstehen, wie man Spaß an Informatik haben kann. Sie sehen den Computer als Arbeitsgerät, das nur Probleme macht. Die Meinungen darüber gehen also stark auseinander. In meinem Umfeld habe ich aber noch nie von jemandem das Gefühl bekommen, es sei seltsam oder außergewöhnlich, dass ich als Frau in einem technischen Beruf arbeite.

Du bist seit vier Jahren bei MASSIVE ART. Welche Art von Projekten fordern dich am meisten?

SB: Die größte Herausforderung sind Projekte, bei denen die Anforderungen am Anfang nicht ganz klar sind – oder sich während des Projektlebens stark verändern. Wenn die Problemstellung sehr komplex ist, braucht es oft mehrere Iterationen, um das Ziel zu erreichen. Dieses Ziel kann womöglich stark von der Anfangsidee abweichen. Man entdeckt und entwickelt gemeinsam mit dem Kunden. Das ist sehr spannend. Flexibilität ist dabei ganz wichtig. Man muss auch den Mut haben, die Struktur einer Software zu überarbeiten oder alte Teile und Ideen einfach ganz zu verwerfen.

Welche Programmiersprache bevorzugst du – und warum?

SB: Ich würde nicht sagen, dass ich wirklich eine Präferenz habe. Je nach Problemstellung passen manche Technologien und Sprachen einfach besser als andere. Da ich im Web-Bereich arbeite, bin ich viel mit PHP in Kontakt. Einige Programmierer mögen PHP überhaupt nicht oder sehen es nicht als ernstzunehmende Programmiersprache. Diese Personen kann ich dann wiederum nur schwer ernst nehmen. Jede Sprache und Technologie ist immer nur so gut wie derjenige, der sie verwendet. Man kann aus allem etwas Gutes machen.

Sabine Bär

Jede Sprache und Technologie ist immer nur so gut wie derjenige, der sie verwendet.

Sabine Bär, Senior Web Developerin bei MASSIVE ART

Du bist in unserem Team die einzige Entwicklerin. Hättest du gern mehr weibliche Kollegen?

SB: Ja, auf jeden Fall. Prinzipiell arbeite ich sehr gerne mit Männern zusammen. Das bin ich inzwischen gewohnt und ich fühle mich wohl damit. Auch während meinem Studium war ich oft die einzige Frau. Trotzdem würde ich mich über weibliche Verstärkung sehr freuen. Interessentinnen sind also herzlich willkommen :).

Was rätst du Personen, die sich für eine Ausbildung im Informatikbereich interessieren?

SB: Das gleiche, das ich für jedes andere Aufgabengebiet raten würde: einfach versuchen und sich nicht unterkriegen lassen. Ich glaube das Problem liegt nicht darin, dass sich insbesondere Frauen wenig für Technik interessieren. Manche wissen vielleicht nur nicht, dass ihnen das gefallen könnte. So ging es mir ja auch, bevor ich eher zufällig in dem Schwerpunkt gelandet bin. Für Informatik braucht man keine Superkräfte. Jeder, der gerne logisch denkt ist dafür geeignet.

Aya Jaff wird unter Codern derzeit gehyped. Sie hat es ins Silicon Valley geschafft und hat in Sachen Programmierung einiges drauf ...

SB: Ich habe schon einiges von ihr gehört und finde es bewundernswert, mit wie viel Motivation und Tatendrang sie Dinge angeht – und wie erfolgreich sie damit ist. Sie hat viel Leidenschaft für das, was sie macht. Ich finde es allerdings schade, dass die Tatsache, dass sie eine Frau ist, so sehr in den Vordergrund gestellt wird. Natürlich ist es super, dass sie sich als Frau in einer Männerdomäne durchgesetzt hat, und das als positives Beispiel angeführt wird. Dass sie eine Frau ist, ist aber wohl nicht die größte Leistung, die sie erbracht hat.

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