Ein MASSIVE ART Urgestein packt aus

Blog Raphy Stocker

Wir schreiben den 27. September 2010. Nervös stehe ich vor der Eingangstür zum so genannten Magazin in der Sebastianstraße 13. Hier soll ich nun also die nächsten fünf Tage Probearbeiten. Noch ist mir nicht ganz klar, warum ich hier in Dornbirn mein Können unter Beweis stellen soll, wo ich meine Bewerbung doch nach Bregenz geschickt habe – ein sehr emotionsgeladenes Thema, wie sich später herausstellen wird.

Alemannen unter sich

Das soll mich aber nicht weiter belasten. Mich beschäftigt sowieso viel mehr, was mich in dieser Woche für Aufgaben erwarten. Ich betrete das Büro im Erdgeschoss und werde gleich herzlich empfangen – im schönsten Vorarlbergerisch. Dass hier der Dialekt noch stark verwurzelt ist, fiel mir schon beim Bewerbungsgespräch positiv auf. Als waschechter Oberschwabe und damit ebenso dem alemannischen Sprachstamm zugehörig, scheint mir die Verständigung damit keine allzu große Hürde darzustellen. Ich beginne damit, es mir an meinem Arbeitsplatz gemütlich zu machen. Mir gegenüber sitzen Cornelius und Thomas (heute beide MASSIVE ART Urgesteine). Immer wieder rufen sie sich Dateinamen zu. Die werden doch nicht gleichzeitig auf den selben Dateien arbeiten, so ganz ohne Versionsverwaltung. Wo bin ich da gelandet, denk ich mir. Eigentlich wollte ich eine Stelle als Entwickler und nicht als Entwicklungshelfer.

Aber viel Zeit darüber nachzudenken bleibt mir nicht, Rainer möchte mit mir meine Aufgabe für die kommende Woche besprechen. Ich soll die verschiedenen Templates einer bestehenden iCubus Website mit HTML und CSS nachbauen, um diese dann im nagelneuen CMS namens ZOOLU benutzen zu können. Ich klappe also meinen Laptop auf (damals musste ich, um Probearbeiten zu können, meinen eigenen Rechner mitbringen) und beginne zu coden …

Sieben Jahre später

Das Projekt, das ich damals begonnen habe, ist längst abgeschlossen. Ich war seither übrigens der einzige, der eine Woche Probearbeiten musste. Der Code, den ich dabei produziert habe hat aber immer noch Bestand. Die Seite ist bis auf wenige Veränderungen immer noch so online. Vieles andere hat sich in den vergangenen Jahren aber MASSIVE verändert – und das gilt nicht nur für unser Logo.

Aus den anfangs sieben Massives ist mittlerweile eine 50-köpfige Mannschaft geworden. War Bernd damals neben seiner Position als Geschäftsführer noch Designer, Texter, Projektleiter, SEO Experte und Consultant in Personalunion, so gibt es heute für jeden dieser Bereiche ganze Teams. Auch Rainer musste zu Beginn meiner MASSIVE ART Zugehörigkeit noch selbst in die Programmiertasten hauen. Der dabei entstandene Code hat mich noch so manchmal beschäftigt.

Von transpirierenden Programmierern und Heroes of the Week

Wenn auch das Büro in der Sebastianstraße gemütlich war, der Umzug in ein größeres Büro war unumgänglich. Die Anzahl der transpirierenden Programmierer pro Fläche war einfach zu groß und auch der Weg zur Toilette hatte nicht zu Unrecht den Beinamen „Walk of Shame“. Kurzum: es fehlte an Infrastruktur. Diese fand sich im Steinebach-Areal im Gebäude mit der Nummer 16, das wir heute mit anderthalb Etagen belegen. Auch wenn dieser Umzug nun schon fünf Jahre her ist, eine Anekdote aus dem alten Büro ist nach wie vor in den Köpfen einiger langjähriger Massives:

In einer Mittagspause im Frühling 2012 machte sich das gesamte Team auf, um im Supermarkt nebenan das Mittagsmenü zu holen. Leider hatte keiner daran gedacht einen Schlüssel einzustecken. Wenig später stand das hungrige Team zwar mit den wohlschmeckenden Menüs aber ohne Besteck vor verschlossener Türe. Ein Glück, dass bei dem warmen Wetter eines der Fenster offen stand und unser treuer Praktikant Marcel mit Hilfe einer Räuberleiter ins Büro einsteigen konnte.

Seit jenem Ereignis wird in unregelmäßigen Abständen der „Hero of the Week“ für besonderen Einsatz fürs Team verliehen.

Wachstum in allen Bereichen

Nicht nur unser Büro ist in allen Dimensionen gewachsen, auch die Projekte sind heute größer, länger und wesentlich komplexer. Natürlich bringt solch ein Wachstum auch Herausforderungen mit sich, die wir 2010 als kleine „Programmierbude“ nicht hatten. Die auch physisch länger gewordenen Kommunikationswege zwischen den Teams müssen heute ganz anders koordiniert werden. Auch die Zusammenarbeit unter den Programmieren hat mitteilenswert eine Professionalität erlangt, von der man damals noch meilenweit entfernt war. Firmenweite Programmierrichtlinien, klar definierte Reviewprozesse oder automatisierte Tests – all dies sind Maßnahmen, ohne die unsere Projekte heute nur schwer zu handlen wären.

Des Backend-Spezialistens Lieblingsprojekt

Man mag mir widersprechen, aber zu dieser Professionalisierung gehört meiner Meinung nach auch die Spezialisierung der Teammitglieder auf einzelne Bereiche. Dabei ist natürlich nicht zu vernachlässigen, dass gewisse Grundkenntnisse, gerade an den Schnittstellen zwischen Front- und Backend, unabdingbar sind. Mir selbst liegt dabei der Backend-Bereich aber weitaus mehr als die „Pixelschieberei“ im Frontend. Das soll nicht abwertend klingen, ich persönlich fühle mich in der PHP-Welt einfach wohler. So ist es nicht verwunderlich, dass ich im Team mehr und mehr den Part des Backend-Entwicklers eingenommen habe. Ein Projekt, das mir dabei sehr am Herzen liegt, ist die MASSIVE ART File Sharing Solution, die ich seit zwei Jahren betreue und weiterentwickle. Hinzu kommt meine Aufgabe als ZOOLU-Pflegedienst. Immer noch gibt es etliche Installationen unseres alten Content-Management-Systems. Dieses will natürlich auch im „hohen Alter“ gehegt und gepflegt werden. Migriert in eine PHP 7 Umgebung läuft das betagte ZOOLU so flott als wäre es im zweiten Frühling.

Paketdienst für die Kollegen

Flott geht’s mittlerweile ja auch durch den Pfändertunnel. Etliche Überstunden wären zusammengekommen, hätte ich in der Zeit, die ich vor dem Tunnelportal im Stau gestanden bin, arbeiten können. Aber was nimmt man als Pendler nicht alles auf sich, wenn man sich sowohl seiner Heimat, als auch den Kollegen im Geschäft verbunden fühlt. Nicht zuletzt profitieren auch sie von meinen täglichen Fahrten ins „Dütsche“, wenn ich – besonders vor Weihnachten – wieder allerhand Päckchen liefere. Schuhe waren scheinbar noch nicht dabei, jedenfalls hat bisher noch niemand geschrien, wenn ich beladen mit Paketen ins Büro gekommen bin.

Weit über sieben Jahre sind nun schon ins Land gezogen, seit ich das erste Mal unser Büro betreten habe. Viele Zeilen Code wurden geschrieben und wieder gelöscht. Viele neue Kollegen sind gekommen und so mancher ist wieder gegangen. Viele interessante Projekte haben wir zum Abschluss gebracht und das ein oder andere – im wahrsten Sinne – verstrahlte Projekt durchgeboxt.

Ach ja... und natürlich haben wir eine Versionsverwaltung!

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