HTML5 vs Flash

MASSIVE ART Blog: HTML5 gegenüber Flash
MASSIVE ART Blog: HTML5 gegenüber Flash

HTML5 ist in die neueste Browsergeneration aufgenommen und bietet mit seinen Standards eine Menge neuer Möglichkeiten für Entwickler wie "canvas" und die Unterstützung von Videos. Daraus resultierte in kurzer Zeit die Meinung: "HTML5 verdrängt Flash". Das wollen wir genauer unter die Lupe nehmen.

Trennen wir das Thema in vier Teile: 1. Wie sieht es mit der Performance aus?  2. Aus der Sicht eines Benutzers. 3. Aus der Sicht eines Entwicklers. 4. Wie wird sich der Mark entwickeln?  

1. Wie sieht es mit der Performance aus?
Flash ist ein Ressourcenfresser; ist HTML5 im Vergleich performanter? Jan Ozer hat einen aussagekräftigen Test gemacht. Der Test umfasst Windows und Mac auf Safari, Google Chrome, Firefox und Internet Explorer für den Bereich Video-Streaming.

Mac Safari: HTML5 war am effizientesten und der CPU-Verbrauch lag bei 12.39%. Flash 10.0 erreichte hingegen 37.41% CPU-Auslastung - sogar mit Flash 10.1 lag die Auslastung immer noch bei 32.07%!

Google Chrome: Flash und HTML5 geben sich die Hand, beide hatten einen CPU-Verbrauch von 50%!

Firefox: Flash performte etwas schlechter als Safari, aber immer noch besser als Chrome.

Windows Safari: Hier werden keine HTML5 Videos abgespielt. Flash 10.0 kommt auf 23.22% CPU und Flash 10.1 geht auf 7.43% runter!

Google Chrome: Die Windows-Ausgabe von Google Chrome performte um einiges besser als auf Mac; auch Flash kommt auf gute Werte. Flash 10.0 ist ca 24% effizienter als HTML5 und Flash 10.1 ist sogar um 58% effizienter als HTML5.

Firefox: Flash 10.0 benötigt noch 22%, wobei FLash 10.1 mit nur 6% CPU-Auslastung wieder einen guten Wert erreicht.

IE8: Flash 10.0 liegt bei 22.41% und Flash 10.1 bei 14.62% CPU-Auslastung.

Die Flash-Performance hängt eindeutig davon ab, ob Flash die Hardwarebeschleunigung benutzen kann oder nicht. Flash 10.1 erlaubt dem Plugin die GPU der Maschine zu benutzen. Deswegen lässt sich derzeit nicht sagen, dass HTML5 performanter als Flash ist oder umgekehrt. Es hängt wiedereinmal schwer vom OS und vom Webclient ab.

2. Aus der Sicht eines Benutzers
Aus Sicht eines Benutzers wird sich nicht viel ändern. Für ihn wird lediglich derselbe Inhalt / dieselbe Funktion mit einer anderen Technologie bereitgestellt, das ein Plugin weniger benötigt.

3. Aus der Sicht eines Entwicklers
Aus Sicht der Entwickler ist das schon ganz anders. Offene Standards werden von Entwicklern gern gesehen und haben ganz klar ihre Vorteile.

HTML5 bietet viele Möglichkeiten, die zuvor mit reinem MarkUp und JavaScript nicht möglich waren. Man sollte aber nicht zu euphorisch sein, da HTML5 längst noch nicht in allen Browser richtig unterstützt wird und sich noch in den Kinderschuhen befindet. Je nach Aufgabe, die geleistet werden soll, hat jeder Browser zudem seine Eigenheiten, was sich wiederum in deutlichem Mehraufwand niederschlägt.

Flash agiert hingegen auf dem Endgerät sofort als "Crossbrowser" und bietet den vollen Funktionsumfang.

4. Wie wird sich der Markt entwickeln?
Dadurch, dass Apple keine Flash-Anwendungen auf ihren iOS-Devices erlaubt, wird HTML5 schnell wachsen, sich etablieren und durchaus ein sehr wichtiges Tool für Entwickler sein. Adobe hat nun auch ein neues Tool herausgegeben, das Flash in HTML5 umwandelt. Dies funktioniert für simple Anwendungen schon recht gut und es können auch Streams usw. abgebildet werden. Allerdings kann HTML5 GFX-Effekte noch lange nicht in der Qualität von Flash abbilden. Und auch der Bereich Games wird derzeit von HTML5 überhaupt nicht abgedeckt. Flash wird also definitiv nicht verschwinden! Es wird sich wohl eher der Mark verschieben.

Meiner Meinung nach wird Flash im Web weniger oft gebraucht werden und somit auch weniger Einsatz finden; dafür wird Flash sich vermehrt in den Anwendungen finden. Mit As3/Flex und der Adobe Air-Technologie lassen sich aus derselben Codebase Anwendungen für das Web und für das OS erstellen.

Wer ein Projekt effizient umsetzten will, sollte sich erst Gedanken über die zu verwendenden Technologien machen, wenn er den Umfang des Projektes genau abgesteckt hat.

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