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Bernds Jahresrückblick 2021

Bernd Hepberger
Bernd Hepberger Aktualisiert am 20. Dez. 2021
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Mein Texteditor ist keine fünf Minuten offen, das angefangene Dokument noch nicht einmal gespeichert, da sehe ich im Hintergrund eine neue Twitter-Meldung: “Ex-Kanzler Kurz zieht sich komplett aus Politik zurück.” Schon wieder ein Knalleffekt, und nichts könnte die Tonalität für den heurigen Rückblick besser ausdrücken. Denn 2021 war…

Das Jahr des Unberechenbaren

Als Freund des positiven Denkens versuche ich in meiner Reflexion des Vergangenen grundsätzlich eine optimistische Grundstimmung zu vermitteln. Was nutzt es, verpasste Chancen, falsche Entscheidungen oder einfach Pech gehabt zu haben ständig neu aufzuwärmen? Schwamm drüber, konzentrieren wir uns auf die Dinge, die gut gelaufen sind!

Zugegeben, heuer fällt mir das schwerer als in meinen letzten Rückblicken. Vor einem Jahr habe ich von den vielen Chancen geschrieben, die sich 2021 auftun werden. Ich habe darauf hingewiesen, wie das erste Corona-Jahr gezeigt hat, dass wir als Gesellschaft selbst eine brandgefährliche Pandemie bezwingen können, wenn wir zusammenhalten. Ich hatte ja keine Ahnung, wie sehr wir in den nächsten Monaten noch auf die Probe gestellt werden würden.

Aber keine Angst, das wird hier keine gesellschaftskritische Abhandlung. Wir reden schliesslich über das digitale Geschäft. Und auch wenn nicht alles rundgelaufen ist, gibt es von mehr als genügend Erfolgsgeschichten zu berichten. Es waren einfach 12 harte Monate und das wollte ich gleich vorweg klarstellen.

Erfolgreich waren durchwegs die Projekte, die wir heuer umsetzen durften. Und die waren nicht immer ganz einfach, denn in der Digitalisierung bringen selbst einfachste Aufgaben mittlerweile ein hohes Level an Komplexität mit sich.

Für Hella, Faigle oder zuletzt Bachmann haben wir beispielsweise Unternehmens- und Produktportale umgesetzt, die eine überraschende Inhaltsdichte und Funktionsvielfalt aufweisen. Projektlaufzeiten von 12 Monaten sind darum keine Seltenheit mehr. Aber die Herausforderungen sind nicht nur für uns gross, bei unseren Kundinnen und Kunden steigt der Druck stetig, kompetente interne Mitarbeiter:innen zu finden, die solchen Projekten gewachsen sind.

Ich möchte daher diese Stakeholder vor den Vorhang holen und das Rampenlicht auf sie richten. Unser Team kann nur dann geniale Ergebnisse erzielen, wenn wir mit Partner:innen wie Pamela Wieser, Karin Baldauf und Stephan Unger zusammenarbeiten können. Für deren unermüdlichen Einsatz in unseren gemeinsamen Projekten sagen wir darum Danke, und damit auch stellvertretend bei allen anderen Projektverantwortlichen, für die hier nicht genug Platz ist, um sie alle persönlich zu nennen.

Bevor ich hier aber in zu grosse Euphorie verfalle - wir müssen auch über eine kritische Entwicklung sprechen: Ein signifikanter Teil des europäischen Mittelstandes ist immer noch nicht in der Digitalisierung angekommen.

Anfang des Jahres hatten wir grosse Hoffnungen, dass die Pandemie und die damit verbundene Entwicklung in Richtung digitale Services, zu einem Aufwachen in der Industrie führen wird. Diese Einschätzung war leider falsch, und der Graben zwischen denen, die mit Hochdruck in digitale Projekte investieren und jenen, die aus dem Zögern nicht herauskommen, führt zu einem immer grösseren Ungleichgewicht im Markt.

Denn Firmen, die erst jetzt digitale Systeme ernsthaft angehen, müssen zuerst umfassende Grundlagen schaffen, um überhaupt mit ihren Mitbewerbern mithalten zu können. Das kostet Zeit, Geld und Ressourcen, was wiederum zu einer hohen Nervosität und zögerlichen Haltung bei den Entscheidern führt.

Obwohl ich zuversichtlich bin, dass es im nächsten Jahr deutlich mehr Bewegung geben wird, bleibt meine Warnung: Es ist für viele die letzte Möglichkeit gekommen, digitales Know-How in der Organisation aufzubauen - irgendwann ist der letzte Zug abgefahren.

Kommen wir aber zurück zu erfreulicheren Themen.

In unserem Team hatte das Jahr einen etwas holprigen Start. Wie in vielen Unternehmen hat Corona leider zu einer unerwartet hohen Fluktuation geführt. Die ständige Unsicherheit, was die Zukunft bringt und (zu) viel Zeit, über sich selbst nachzudenken, haben viele dazu bewegt, ihr Leben grundlegend zu ändern. Und oft ist der Job die erste Massnahme.

Aber es gab auch glücklicherweise eine Gegenentwicklung, denn unser Kernteam hat sich auf beeindruckende Art weiterentwickelt. Und das hat zu spürbaren Verschiebungen in unserem Dienstleistungsspektrum geführt.

Nach Jahren, in denen unsere Designkompetenz einen immer kleineren Platz in Projekten eingenommen hat, konnten wir 2021 die spannendsten UX/UI Designaufträge gewinnen - darunter für Branchengrössen wie STRABAG oder UPC-Sunrise.

Es freut mich umso mehr, dass diese Erfolge zu 100% hausgemacht sind. Denn einerseits wurde der Ausbau der User Experience Kompetenzen massgeblich von unseren Mitarbeitenden Claudia Mangold Arias und Philipp Gabl vorangetrieben. Andererseits sorgt die hohe Qualität unserer Ergebnisse für laufend mehr Anfragen.

Das mittlerweile 9-köpfige Team ist entsprechend ausgelastet und sucht händeringend nach Verstärkung. Wenn Sie also jemanden kennen, der jemanden kennt…

Aber wenn ich von positiven Entwicklungen spreche, darf ich unsere restlichen Kolleg:innen nicht unerwähnt lassen.

Die letzten 18 Monate mit Lockdowns, Homeoffice, Schichtbetrieb etc. sind an keinem von uns spurlos vorbeigegangen. Videocalls sind natürlich oft die bessere Alternative zu Meetings mit einer An- und Abfahrt von 2 Stunden. An hektischen Tagen springen unsere Berater:innen jedoch mittlerweile von einem Call zum nächsten - oft ohne Pausen - und so kann man verstehen, dass eine gewisse Müdigkeit gegenüber virtuellen Konferenzen zu spüren ist.

Ich ziehe daher meinen Hut vor unseren Kolleg:innen, die ein hohes Mass an Flexibilität zeigen und alle Schutzmassnahmen in unseren Offices mitgetragen haben.

Corona hatte natürlich auch Auswirkungen auf unser Unternehmenswachstum. Seit ich gemeinsam mit meinem Partner Rainer Schönherr 2010 die Agentur neu aufgestellt habe, konnten wir unser Team von anfänglich 5 auf 65 skalieren. Diese Reise war nicht immer einfach, wir konnten aber an unserem Plan festhalten, dieses Wachstum nicht mit Fremdkapital zu finanzieren.

Bereits vor Covid haben sich einige neue Herausforderungen für den weiteren Ausbau gezeigt und die Pandemie hat unsere Skalierung spürbar gebremst. Gemeinsam mit unseren neuen Partnern Timo Miller und Philipp Rüf haben wir jedoch diesem Trend entgegenwirken können. Vor allem die Energie, die in den Aufbau unserer Märkte in Deutschland und der Schweiz gesteckt werden, tragen erfreuliche Früchte.

Aus diesen Gründen blicken wir positiv gestimmt in die nahe Zukunft. Trotz vieler Unsicherheiten, wir sind überzeugt, die richtigen Produkte, Kompetenzen und das beste Team für unsere Kunden anbieten zu können. Und dass die Digitalisierung weiterhin ein Top-Thema für den Mittelstand ist, versteht sich von selbst.

Was bleibt uns also von 2021?

Eine hartnäckige Pandemie, ein chaotisches politisches Management und die Erkenntnis, dass wir sehr viel mehr selbst für unser aller Wohlergehen verantwortlich sind, als uns das lange bewusst war.

Der eingangs erwähnte Optimist in mir möchte natürlich auf die immensen Chancen hinweisen, die sich uns im nächsten Jahr bieten. Ein Blick auf das erste Quartal 2022 zeigt tatsächlich eine erfreuliche Entwicklung. Und auch wenn wir eine grosse Anzahl trotziger Einwohner in unserem Land haben, die medizinische Lösung wird die Pandemie schlussendlich in den Griff bekommen.

Doch bleiben wir auch Realisten.

Der Weg dorthin wird noch einiges von uns abverlangen. Ich schliesse darum mit der Hoffnung ab, dass wir aus diesen Erfahrungen lernen, wie wir die immensen Herausforderungen der nahen Zukunft meistern können. Denn, nachdem wir uns vor Covid gerettet haben, müssen wir uns schleunigst um unseren Planeten kümmern.

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Bernd Hepberger
Bernd Hepberger
CEO & Creative Director
Confessed geek, Co-founder massiveart.com, Co-founder sulu.io, Loves 🍷🍗🎵✈️📱⌚️🏃‍♂️🗻
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