Artificial Intelligence – Mein Beitrag zur IAW '18

Interactive West 2018

Am 26.06. war es wieder Zeit für die Interactive West (IAW) – die größte Digitalkonferenz im Bodenseeraum. Das Event wurde zum fünften Mal von Russmedia veranstaltet und hatte immerhin 800 Besucher. Insgesamt war das Event sehr professionell aufgezogen und überwiegend gut besetzt: Mit Journalisten, Sprechern von Google und Facebook, Vertretern der lokalen Wirtschaft und einigen Start-Ups.

Zugegeben, die Veranstalter hatten einen recht eigentümlichen Opener für das Event gewählt, nämlich wie man mit Hass im Netz umgeht. Das war eine persönliche, authentische und berührende Geschichte, aber ein Thema, von dem ich glaube, dass nur wenige Unternehmensvertreter aus dem Publikum profitieren konnten. Darüber hinaus hat man sich dafür entschieden insgesamt vier Mal einen Vortrag zu Artificial Intelligence auf die Bühne zu bringen. Das sorgte für einiges an Wiederholung und war - nach meinem Empfinden - wenig praxisnah und anwendbar für die Vertreter der Wirtschaft. Für mich der mit Abstand beste Vortrag des Events war der Beitrag von Hubert Rhomberg von Rhomberg Bau. Er hat darin seine Vision vorgestellt, wie Bauen in Zukunft laufen kann bzw. muss und wie er mit seiner Firma Cree vor hat, diese Zukunft mitzugestalten.

Ich durfte auch als Speaker teilnehmen und wurde eingeladen, im Rahmen der sogenannten Brainsnack Sessions ebenfalls zum Thema AI fünf Minuten mit Inhalt zu füllen. Dabei habe ich versucht, für die tägliche Arbeit im digitalen Marketing praxisnahe Anwendungsbeispiele zu bringen, die in dieser kurzen Zeit gut und verständlich zu zeigen waren.

Evelyne im Interview mit VOL.AT nach ihrem Vortrag bei der Interactive West.

Understanding Content

Das erste Beispiel war die Stockfoto Bibliothek von Adobe, die Artificial Intelligence verwendet um Bild- und Video-Inhalte zu verstehen. Der Anwendungsfall ist: Wie können Kreative oder Marketiers schneller Bildmaterial finden und Content publizieren?

Wir kennen die Suche, in dem wir Text eingeben. Wir kennen die Suche, in dem wir SAGEN, was wir wollen. Das hilft bei Bildern manchmal nur bedingt. Oft hilft es mehr, Bilder mithilfe von Bildern zu suchen. Nehmen wir an, wir suchen für ein Cover ein Bild von einem Typen, der so gut aussieht wie Georg Clooney UND den ich mir leisten kann. Auf Adobe Stock zieht man als Anwender ein Referenzbild einfach auf den Suchschlitz und das System analysiert was auf dem Bild zu sehen. Im Falle von George Clooney bietet es mir alternative Vorschläge von Männern im Anzug mit Drei-Tage-Bart. Und naja, ob die jetzt ähnlich gut aussehen sei dahin gestellt, aber man muss zugeben, das funktioniert recht gut.

Mit diesem Anwendungsbeispiel möchte ich zeigen, dass AI im Digital Marketing repetitive Arbeiten schnell und präzise übernimmt. Die Anwendung ist simpel und man kann als Marketer oder Designer stattdessen seine Ressourcen für die wichtige Aufgabe nutzen: Nämlich für die Kreation sinnvoller, relevanter und ansprechender Inhalte.

Sprachbot

Im zweiten Beispiel geht es darum, wie vollautomatische Computersysteme in Zukunft in der Lage sein werden, Konversationen mit natürlichen Personen halten zu können. Und zwar in einer Art und Weise, dass es zu einer tatsächlich guten Customer Experience wird.

Das Beispiel, das ich gezeigt habe, war der im vergangenen Monat vorgestellte Dienst von Google namens Google Duplex (Danke Tilka Judd für den Verweis aus deinem Vortrag für diese Session). Aus meiner Sicht ist das ein ziemlich beeindruckendes Beispiel. Das System versteht die natürliche Person nicht nur korrekt, sondern interagiert auch bei Rückfragen richtig und antwortet mit dem richtigen Timing sowie einer angemessenen Tonalität. Das Beispiel macht die Möglichkeiten von AI im Marketing Context für mich super gut greifbar.

Ausblick

Alles was wir hier gesehen haben ist noch vom Kaliber der Artificial Narrow Intelligence, also „schwache AI“. Da gibt es ein System, das intensiv auf einem Sachgebiet trainiert wurde und diese eine Sache extrem gut kann. Das hat mit Schach angefangen und endet heute mit sowas wie autonom fahrenden Autos. 

Mit welchen Kalibern wir noch rechnen müssen? Dazu habe ich die Kategorisierung verwendet, die ich hier gefunden habe:

  • AGI: Es ist davon auszugehen, dass wir noch mit Artificial General Intelligence, rechnen dürfen – also Starke AI. Die Maschine ist dann mit Hilfe von „Deep Learning“ in der Lage, selbständig neue Dinge zu lernen und menschliches Verhalten zu imitieren. Dann kann das System alles so wie der Mensch auch: argumentieren, planen, Probleme lösen, komplexe Ideen verstehen und schnell lernen.
  • ASI: Es wird auch noch eine Artificial Super Intelligence geben. Diese Maschine wird voraussichtlich alles können, was wir Menschen können. Nur noch viel besser. Besser als jeder Mensch in jedem Bereich, also auch in Kreativität, Klugheit und sozialen Fähigkeiten.
Artificial Intelligence
Die sogenannte "Schwache AI" gibt es bereits: Etwa Sprachassistenten oder autonome Autos. "Starke AI" und "Super Computer" werden uns in Zukunft noch erwarten.

Es stellt sich nicht die Frage, ob wir AI im Digitalen Marketing einsetzen werden, sondern nur die Frage wann wir damit anfangen. Es gibt inzwischen zahlreiche weitere Beispiele, wie AI das Digitale Marketing unterstützen kann. Meine Expertise ist da vor allem in den Bereichen Analyse von Daten als auch die relevante Optimierung und Personalisierung. Wenn Sie hier weitere Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

Die gesamte Präsentation gibt es hier zum Download: Artificial Intelligence IAW '18

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