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WeChat:
Do
you
fancy
the
China
lifestyle?

Titelbild Wechat

Zukunftsmusik aus Asien?

Für Neues blickt die Welt zunehmend nach Asien. Denn in Sachen Vorreiter stehen uns die Asiaten in Nichts mehr nach. Im Gegenteil! Wenn wir uns nicht vorsehen, ziehen unsere Nachbarn aus Fernost schon bald in Windeseile in autonomen Vehikeln, die sie über WeChat bestellt und bezahlt haben, an uns vorbei.

Der Erfolg liegt in der Not, und die macht erfinderisch. In China sind Facebook, Twitter, Youtube, Instagram, WhatsApp sowie andere Google Services verboten oder nur über abenteuerliche Umwege eingeschränkt erreichbar. Was sich tragisch anhört, ebnete den Weg für die WeChat-Era.

WeChat heisst in China „Weixin“ und gehört zum chinesischen Konzern „Tencent“. Die Vision von Tencent ist es, „die Menschen zu digitalisieren“ - wenn möglich weltweit und am besten gleichzeitig alle anderen Internetangebote überflüssig zu machen. 

WeChat ist ein Lebensstil für eine Milliarde Nutzer aus aller Welt.

Nomen est omen. 1,08 Milliarden User aus aller Welt (Stand 3. Quartal 2018) nutzen die App bereits. WeChat ist mehr als nur eine Messenger- oder Social Media-App. Die App ist in China und weiten Teilen Asiens bereits zu einem Lebensstil geworden. Wer in China am Alltagsgeschehen teilnehmen möchte, kommt an WeChat nicht vorbei - das gilt für Einheimische in Asien sowie Touristen aus und in Asien gleichermassen. Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer beträgt eine Stunde.

Tencent steht offen zur Kooperation und dem Datenaustausch mit der chinesischen Regierung. WeChat lässt User dadurch zu gläsernen Menschen mutieren, über die der Staat alles weiss. Warum gefühlt trotzdem jeder Chinese WeChat verwendet, wollten wir genauer wissen.

Wechat Statistik

Was für die Chinesen gut ist, ist auch für uns gut?

Das mag, wie so oft, Ansichtssache sein und auch über die WeChat Optik lässt sich streiten. Aber die Features – ein Universum aus über 600.000 Miniprogrammen – sind ganz schön sexy. Kurz zur Erklärung: Ein Miniprogramm fungiert faktisch als eine App in der App, die weder eine Installation noch regelmässige Updates verlangt.

Während wir hier also zwischen einzelnen Apps hin und her hopsen, geniessen die Asiaten bereits den Full-Service, und zwar seamless. In-App Shopping jeglicher Art – egal, ob im Food- oder Non-Food Bereich – erhält in diesem Kontext eine völlig neue Bedeutung. Bezahlt wird mit hinterlegten Kontodaten über WeChat Pay, ohne natürlich die App zu verlassen. Flüge buchen, Taxis bestellen, Supermarkt Einkäufe erledigen, Restaurantrechnungen anteilsmässig mit anderen splitten und bezahlen, im mitarbeiterlosen Store Produktinformationen bequem auf das Smartphone erhalten, Geld transferieren, Onlineshopping - all das gelingt im Handumdrehen, ohne jegliche Anstrengung und mit nur einer App.

Aber auch zum Informations- und Datenaustausch wird die App verwendet. WeChat ersetzt schon weitgehend E-Mails in Asien. Inhalte, wie Präsentationen, Unterlagen und mehr werden über den Messenger versendet, Fotos mit Geschäftspartnern und/oder Freunden geteilt. Die WeChat ID ist die neue Visitenkarte, denn zur Identifikation wird jedem User ein QR-Code und/oder ein Barcode zugeordnet. Sogar Bedürftige auf der Strasse verfügen über einen QR-Code, über den sie Spenden empfangen können.

Und das Alles in nur einer App! Da wundert uns die unfassbare Masse an Usern nicht mehr. Sie etwa?

WeChat Mini Programs: The future has just begun

Oberösterreich hat das Potenzial chinesischer Touristen verstanden

Auch Reisen geht spätestens seit dem Launch von WeChat’s “CityExperience” Miniprogramm super easy und entspannt. 2017 kamen erstmals die Städte Dubai, England und Sydney als Pilotprojekte zum Handkuss. Das Miniprogramm City Experiences ermöglicht dem User Zugang zu Geolocation-Diensten, Bildergalerien sowie Audioguides in Englisch und Chinesisch für alle Sehenswürdigkeiten. On top kann man auch noch zwischen vorgeschlagenen ein- bis fünftägigen Reiserouten auswählen. Es soll auch die Möglichkeit geben, alle Angebote direkt über WeChat buchen und bezahlen zu können.

Um den Konnex der Bedürfnisse von asiatischen und europäischen Touristen zu erläutern, sollte man sich ins Bewusstsein rufen, dass asiatische Touristen immer mehr zu Alleinreisenden werden, – wie wir! – die sich von geführten Touri-Touren, wie wir sie kennen, distanzieren und stattdessen die Stadt auf eigene Faust erkunden möchten.

Oberösterreich hat das Potenzial chinesischer Touristen verstanden. Belief sich die Zahl der chinesischen Übersee-Reisenden in Österreich im Jahr 2017 noch auf 900.000 Touristen, wird künftig mit stetig steigenden Zahlen gerechnet. Dabei darf die Bedeutung von WeChat für die Asiaten nicht unterschätzt werden. Eine engere Kooperation zwischen WeChat und dem AussenwirtschaftsCenter Guangzhou ist deshalb bereits in Planung. Der WKO zufolge steht die Implementierung von WeChat in Österreich als mittelfristiges Ziel auf der Agenda.

Schon im März letzten Jahres ging Oberösterreich mit einem offiziellen WeChat Kanal live. Mit regelmässigen Postings bespielen sie ihren Kanal, um mehr Bekanntheit in China zu erlangen und den Chinesen das Bundesland anhand von Reisetipps und Inspirationen schmackhaft zu machen. Ähnlich wie auf Facebook können Follower die aktuellsten Beiträge im „moments“-Bereich sehen, kommentieren und liken.

Auch, wenn sich WeChat unter österreichischen Usern noch nicht wirklich durchgesetzt hat, empfehlen wir, dass nach Asien Reisende und auch österreichische Unternehmen die Opportunität „WeChat“ nutzen. Erfahren Sie im zweiten Teil der Blog-Serie "The future is seamless", wieso auch Unternehmen aus der DACH-Region die Entwicklung von WeChat mitverfolgen sollten.

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