ChatGPT Ads: Was du über Werbung in Open AI jetzt wissen musst
ChatGPT ist für viele Nutzer:innen längst Teil der Recherche, oft noch vor der klassischen Google-Suche. Mit dem OpenAI Ads Manager lässt sich dieser Touchpoint jetzt erstmals gezielt bespielen. Wir testen das Format aktuell bei ersten Kunden und zeigen, welche Möglichkeiten ChatGPT Ads Unternehmen bieten, wo noch Einschränkungen bestehen und worauf es bei einem ersten Test ankommt.

Wie funktionieren Anzeigen in ChatGPT?
Anzeigen erscheinen unterhalb einer ChatGPT-Antwort, klar als „gesponsert“ gekennzeichnet und optisch von der Antwort getrennt. Ein Klick öffnet die verlinkte Website direkt In-App.
Die Anzeigenauswahl basiert primär auf den Themen des aktuellen Chat-Threads, die mit den Inhalten von Werbetreibenden gematcht werden. Anders als bei klassischer Keyword-Werbung steht damit der Kontext des Gesprächs im Mittelpunkt. Sind personalisierte Anzeigen aktiviert, können zusätzlich Signale wie frühere Chats und bisherige Interaktionen mit Anzeigen einfließen.
Treffen mehrere Werbetreibende auf einen passenden Kontext, erfolgt die Ausspielung über eine Auktion, bei der Gebot und Relevanz berücksichtigt werden. Sogenannte Context Hints dienen dabei als thematische Signale, funktionieren aber nicht wie klassische Google-Ads-Keywords.
Drei Kampagnenziele zur Auswahl
ChatGPT Ads sind nicht nur ein Branding-Kanal für Reichweite. Im OpenAI Ads Manager stehen aktuell drei Optimierungsziele zur Verfügung:
ChatGPT Ads in Europa: Welche Einschränkungen gibt es beim Targeting?
Der aktuell relevanteste Punkt ist nicht das Tagesbudget: Kleine Testbudgets unter 15 € pro Tag sind bei EUR-Konten zwar derzeit nicht möglich, diese Einstiegshürde lässt sich für die meisten Budgets aber verschmerzen.
Entscheidender sind die Einschränkungen bei Zielgruppendefinition und Reichweite:
- Kein detailliertes, benutzerdefiniertes Targeting: Personalisierte Anzeigen auf Basis früherer Chats, Erinnerungen oder des übergreifenden Nutzungsverhaltens sind im EWR und in der Schweiz aktuell nicht verfügbar. Die Ausspielung stützt sich stärker auf Kontext und Intention des aktuellen Chats.
- Eingeschränkte Reichweite nach Tarif: Anzeigen werden ausschließlich in den Tarifen Free und Go ausgespielt. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Gerade im B2B-Kontext kann die adressierbare Zielgruppe dadurch eingeschränkt sein.
Besonders bei spezifischen B2B-Zielgruppen sollte deshalb genau geprüft werden, ob die erreichbare Zielgruppe einen sinnvollen Test rechtfertigt.
Warum Tracking bei ChatGPT Ads entscheidend ist
Weil granulares Targeting fehlt, lässt sich die Qualität der Zielgruppe nur eingeschränkt vorab steuern. Umso wichtiger ist ein sauberes Tracking-Set-up:
- OpenAI Pixel implementieren und relevante Conversion-Events übertragen.
- Bestehendes Website-Tracking einbinden, um Trafficqualität und Conversions kanalübergreifend zu vergleichen.
- Klare Ziele vor Kampagnenstart definieren, etwa Klicks, Anfragen, Registrierungen oder Whitepaper-Downloads.
- Ergebnisse laufend auswerten und Learnings in Themen und Creatives zurückspielen.
So lässt sich beurteilen, ob ChatGPT Ads lediglich Reichweite und Klicks erzeugen oder tatsächlich zu relevanten Conversions beitragen.
Wie gelingt ein sinnvoller Einstieg in ChatGPT Ads?
Wir betrachten ChatGPT Ads nicht isoliert, sondern als Teil eines datengetriebenen Performance-Marketings. Wir analysieren, wo der Kanal in die Customer Journey und das bestehende Paid-Media-Setup passt, welche Gesprächssituationen relevant sind und ob ein Test gegenüber bestehenden Kanälen sinnvoll ist.
Was wir bei einem ChatGPT-Ads-Test konkret prüfen
Wo kann ChatGPT zum relevanten Touchpoint werden?
Wir analysieren, an welchen Stellen der Customer Journey Nutzer:innen recherchieren, vergleichen oder Entscheidungen vorbereiten. Entscheidend ist dabei, in welchen dieser Situationen ChatGPT tatsächlich eine Rolle spielt und ein relevanter Kontakt mit dem Angebot entstehen kann.
Welche Themen bieten das größte Potenzial?
Nicht jedes Thema eignet sich gleichermaßen für ChatGPT Ads. Deshalb priorisieren wir konkrete Fragen, Bedürfnisse und Use Cases, die zum Angebot passen und bei denen eine relevante Ausspielung realistisch ist.
Wie übersetzen wir den Kontext in passende Anzeigen?
Aus den priorisierten Themen leiten wir Context Hints und passende Creatives ab. Anzeigen und Botschaften sollten dabei zur jeweiligen Nutzerintention und zum Gesprächskontext passen, statt lediglich bestehende Paid-Ads zu übernehmen.
Wie wird aus dem Use Case ein klarer Test?
Im OpenAI Ads Manager definieren wir Kampagnenziel, Context Hints und Budget. Statt möglichst breit zu starten, grenzen wir den ersten Test bewusst ein, damit sich die Ergebnisse anschließend sinnvoll bewerten lassen.
Was sagen die Ergebnisse wirklich aus?
Wir betrachten nicht nur Klicks und Conversions innerhalb des OpenAI Ads Managers, sondern vergleichen die Ergebnisse auch mit bestehenden Paid-Kanälen. So lässt sich beurteilen, welche Trafficqualität ChatGPT Ads liefern und welchen zusätzlichen Beitrag der Kanal zum bestehenden Paid-Media-Setup leisten kann.
Fazit: Für wen lohnt sich ein Test?
ChatGPT Ads sind aktuell vor allem als zusätzlicher Testkanal interessant, nicht als Ersatz für etablierte Paid-Kanäle. Ob sich ein Einstieg lohnt, hängt davon ab, ob die eigene Zielgruppe erreichbar ist, relevante Gesprächssituationen identifiziert werden können und ein messbares Business-Ziel vorhanden ist.
Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst früh auf den neuen Kanal zu setzen, sondern zu prüfen, welche Rolle er im eigenen Paid-Media-Setup tatsächlich spielen kann. Genau diese Einordnung ist für uns der Ausgangspunkt, bevor Budget in einen ersten Test fließt.
