EHG Stahlzentrum

Content trifft Commerce: Wie komplexe Business-Logik in ein nahtloses Kundenerlebnis verwandelt wird.

Stahl online zu verkaufen gehört zur Königsklasse des E-Commerce. Variable Preiskalkulationen, millimetergenaue Zuschnitte und komplexe Logistikprozesse machen Standardlösungen unbrauchbar. Für EHG, einen der führenden Stahl- und Metallhändler im DACH-Raum, war die Aufgabe besonders anspruchsvoll: Parallel zur kompletten Neuaufstellung der Plattform wurde ein neues ERP-System eingeführt. Die digitale Lösung durfte diese doppelte Komplexität nicht ignorieren, musste sie aber für den Kunden unsichtbar machen. Das Ziel war keine Insellösung, sondern eine Plattform, die die neu geschaffene IT-Infrastruktur nicht nur abbildet, sondern veredelt.

EHG-Case Study Hero

Kunde:  

EHG Stahl.Metall

 

Branche: 

Stahl- und Metallbranche

 

Dauer: 

13 Monate (laufende Beratung & Betreuung)

Leistungen: 

  • Strategie & Innovation Consulting
  • Facilitation & Co-Creation Workshops
  • User Research & Persona-Entwicklung
  • Customer Journey Mapping
  • UX-Konzeption & Informationsarchitektur
  • UI-Design
  • Prototyping
  • UI Component Library
  • Frontend und Backend Entwicklung
  • APIs für Austausch von Daten zwischen Website und Webshop
     

Die Ausgangslage

Vor dem Relaunch betrieb EHG zwar bereits einen Online-Shop, doch das Kundenerlebnis stieß an seine Grenzen und skalierte nicht mit den Anforderungen. Die Folge waren keine Effizienzgewinne, sondern operativer Mehraufwand: Unklare Prozesse führten zu einer Flut an telefonischen Rückfragen bei den Mitarbeitern und regelmäßigen Fehlbestellungen. Hinzu kam die Trennung von reiner Informations-Website und Transaktions-Shop, die Kunden zwang, zwischen Kanälen zu springen.

Die Einführung des neuen, mächtigen ERP-Systems barg das Risiko, erneut einen internen Daten-Silo zu schaffen, wenn dessen Logik den Kunden nicht in einer verständlichen Form erreicht. Die Herausforderung bestand darin, den Systemwechsel im Hintergrund für den Kunden im Vordergrund als Service-Sprung erlebbar zu machen.

Das Ergebnis

Die künstliche Trennung zwischen Information und Kaufentscheidung wurde aufgehoben. Die neue Plattform ist weit mehr als ein Shop: Sie ist ein Content-Commerce-Hybrid, der Effizienz radikal in den Mittelpunkt stellt. Durch intelligente Schnittstellen haben wir Website und Shop technisch so tief verknüpft, dass sie für den Nutzer zu einer Einheit verschmelzen. Zentrale Filterfunktionen für Formen und Qualitäten sind direkt in die Website integriert und führen über Deep-Links nahtlos in den Webshop – ohne erneute Suche, ohne Medienbruch.

Diese neue Autonomie ermöglicht es, selbst komplexe Beschaffungsprozesse fehlerfrei und schnell abzuwickeln. Das Ergebnis ist ein Gewinn für alle: Kunden profitieren von maximaler Transparenz und Geschwindigkeit, während der Vertrieb durch die Automatisierung von Routineaufgaben spürbar entlastet wird.

Strategisches Fundament: Validierte Customer Journeys als Basis

Digitalisierung beginnt immer mit einem tiefgreifenden Verständnis für den Kunden. Statt pauschaler Lösungen analysierten wir vorab diverse Nutzergruppen und modellierten deren individuelle Customer Journeys. Dieses strategische Fundament ermöglichte weit mehr als die Fusion von Content und Commerce: Es optimierte das digitale Einkaufserlebnis ganzheitlich. Von der intelligenten Suche bis zum radikal vereinfachten Checkout wurde jeder Prozess darauf ausgerichtet, den Arbeitsalltag der Nutzer spürbar zu verbessern.

EHG Ziel
EHG Personas
EHG Projekt Detail

Präzision und Effizienz: Der intelligente Produkt-Konfigurator

Wer Stahl bestellt, stöbert nicht – er benötigt exakte Spezifikationen. Wir haben tausende technische Parameter in eine intuitive Oberfläche übersetzt, die den Einkäufer sicher durch die Vielfalt führt. Nutzer filtern das Sortiment gezielt nach Qualität, Form, Güte und Maß, ohne sich in Tabellen zu verlieren. Der Mehrwert ist vielschichtig: Neben der intuitiven Bedienung ermöglicht das System das Speichern komplexer Konfigurationen als Favoriten. Wiederkehrende Bestellungen erfolgen so mit wenigen Klicks. Das spart nicht nur wertvolle Zeit im Einkauf, sondern eliminiert auch Übertragungsfehler bei manuellen Neuberechnungen nahezu vollständig.

EHG Suche
EHG Produkt

Maximale Autonomie: Das Self-Service Cockpit

Echter Service bedeutet, nicht mehr auf Antworten warten zu müssen. Wir haben administrative Zeitfresser eliminiert: essenzielle Dokumente wie Werkszeugnisse sind heute sofort und digital abrufbar – passend zum Lieferschein. Zudem schafft das Dashboard volle Transparenz über Abteilungsgrenzen hinweg. Das System spiegelt die interne Hierarchie des Kunden wider, sodass Einkäufer bei Bedarf auch die Vorgänge ihrer Kollegen einsehen können. Das verhindert Doppelbestellungen, bricht Informations-Silos auf und gibt dem Kunden die volle Kontrolle über seine Prozesse zurück.

EHG Werkszeugnisse
EHG Warenkorb
Swirl
Unser  Ziel  war  nicht  einfach  ein  neuer  Online-Shop.  Wir  wollten  die  PS  unseres  ERP-Systems  so  auf  die  Straße  bringen,  dass  unsere  Kunden  Kurven  fahren  können,  ohne  vom  Gas  zu  gehen.  MASSIVE  ART  hat  die  Brücke  zwischen  unserer  technischen  Logik  und  der  menschlichen  Bedienung  gebaut. 
/Portrait - Guntram-Pollak
Guntram Pollak
Head of Marketing | EHG Stahl.Metall

Diese Herausforderungen haben uns beschäftigt:

High-Performance trotz komplexer Logik

Die technische DNA des Projekts stellte uns vor eine anspruchsvolle Aufgabe: Ein mächtiges ERP-Backend mit komplexen Rechenprozessen musste nahtlos mit einem hochperformanten Frontend vereint werden. Wir haben eine Architektur entwickelt, die Performance radikal priorisiert. Durch die nahtlose Integration komplexer Parameter – von tagesaktuellen Schrottzuschlägen bis hin zur intelligenten Restlängen-Verwertung – garantieren wir eine schnelle Kalkulation bei maximaler Systemperformance. Das Ergebnis ist eine User Experience, die sich nach Leichtigkeit anfühlt, obwohl im Hintergrund Schwerstarbeit geleistet wird.

Parallelflug: Frontend-Entwicklung während der ERP-Einführung

Das Timing war die größte Hürde. Während wir das Frontend entwickelten, wurde im Hintergrund erst das neue ERP-System eingeführt. Unsere Lösung: Wir haben beide Prozesse voneinander entkoppelt. Dank klar definierter Schnittstellen konnten wir das Nutzererlebnis fertigstellen, noch bevor die Technik im Hintergrund live ging. So gelang der pünktliche Start trotz doppelter Herausforderung.

Zwei Systeme, ein Erlebnis: Das skalierbare Design-System

Die Kunst lag darin, zwei technisch getrennte Welten – Website und Shop – für den Nutzer zu einem einzigen, fließenden Erlebnis zu verschmelzen. Wir entschieden uns bewusst gegen einen starren Monolithen und für eine Architektur, die das Beste aus beiden Welten vereint.

Das Bindeglied ist unser übergreifendes Design-System: Es verklammert beide Plattformen so nahtlos, dass der Nutzer technische Grenzen nicht mehr wahrnimmt. Er bewegt sich intuitiv in einem durchgängigen Markenraum, während EHG von der Sicherheit und Skalierbarkeit spezialisierter Systeme profitiert.

Swirl

Zahlen & Fakten

10,2

Seiten pro Sitzung


Einkäufer stöbern nicht nur – sie stellen komplexe Warenkörbe zusammen und nutzen die Plattform aktiv für ihre Projektplanung. Im B2B ein klares Qualitätsmerkmal.

> 20 Min.

Verweildauer


Nutzer verbringen signifikant Zeit mit Konfiguration und Kalkulation – ein Beleg für die funktionale Tiefe der Plattform.

0,29

Friction-Score


Der niedrige Wert zeigt: Die lange Verweildauer geht nicht auf Orientierungsprobleme zurück, sondern auf intensive, zielgerichtete Nutzung.

Cornelius Hansjakob
Cornelius Hansjakob
Head of Commerce

Ist Ihr digitales B2B-Erlebnis so effizient, wie es sein sollte?

Die Case Study von EHG zeigt, wie durch strategische Weitsicht und skalierbares Design eine tiefgreifende Transformation gelingt: von historisch gewachsenen Systemgrenzen zu einer einheitlichen Plattform, die komplexe Prozesse für den Nutzer radikal vereinfacht.

Stehen auch Sie vor diesen Herausforderungen?

Lassen Sie uns in einem unverbindlichen Gespräch darüber sprechen, wie wir auch Ihre Organisation auf diesem Weg begleiten können. Ich freue mich auf den Austausch.